Die Britisch-Kurzhaar (BKH)

Die Britisch-Kurzhaar Katze (BKH) gehört heute wohl zu den beliebtesten Wohnungskatzen, und die Werbung für Katzenfutter hat einen zusätzlichen Schub in der Bekanntheit dieser Rasse gegeben. Die BKH zeichnet sich durch einen angenehmen, sanften Charakter aus, zeigt sich recht gemütlich und überaus intelligent. Sie ist friedlich und ruhig, aber kein Langweiler, sie spielt und tobt sehr gerne mit ihren zwei- und vierbeinigen Kumpanen und lässt sich gut mit anderen Tieren vergesellschaften.

Alles in allem ist sie eine leicht zu handhabende Samtpfote und kann auch gut ein paar Stunden alleine sein, wenn sie erwachsen ist. Aber dann sollte der Mensch für sie da sein, denn sie braucht seine Nähe, und gegenüber allen hygienischen Bedenken, die es sicherlich bei reinen Wohnungskatzen nicht geben kann, sollte dann auch das Schlafzimmer geöffnet bleiben, um die Zeit ein wenig zu verlängern. Man berücksichtige hierbei auch viele therapeutische Veröffentlichungen, die dem Schnurren der Katze eine beruhigende, heilende Wirkung zuschreiben.

In jungen Jahren sollten sie unbedingt zu zweit gehalten werden, wenn ihr Besitzer lange aus dem Hause ist.

Sehr charakteristisch ist das dichte Fell von feiner Textur, dass die BKH zu einem pflegeleichten Mitbewohner macht gegenüber Langhaarkatzen. Aber auch die Briten lieben eine Bürste. Während des Haarwechsels können spezielle Bürsten oder Metallstriegel gute Dienste leisten. Aber Vorsicht, durch übermäßigen Eifer kann man auch dem Fell Schaden zufügen.

Der Körperbau einer BKH ist gedrungen und kräftig, mit stämmigen Beinen, runden Pfoten und kurzem, dichten Schwanz. Die BKH gibt es in vielen Farben und Fellzeichnungen, darunter, um nur einige zu nennen, die einfarbige in Schwarz, Blau, Chocolate, Lilac, Rot und Creme, Weiß, aber auch Farbkombinationen wie die Bicolor, Smoke, Schildpatt, mit Tipping-Fellzeichnung und den Tabbyvarianten.

Der Ursprung der Britisch Kurzhaar ist in England zu finden. Schon vor der Jahrhundertwende 1900 hielten viele Katzenliebhaber/innen neben ihren gewöhnlichen englischen Hauskatzen auch exotische Rassen. Obwohl sie in ihrer Schönheit und Farben den Zuchttieren nicht nachstand, war sie etwas Gewöhnliches und als eigenständige Rasse nicht interessant. Einige Züchter beschlossen, dass diese gewöhnliche Katze mit in die Katzenzucht eingeschlossen werden sollte, um einen Gegensatz zu den zartgliedrigen orientalischen Kurzhaarrassen zu bilden. Das Ziel war eine stämmige Katze mit dem Körperbau eines Persers, jedoch mit kurzem Fell. So wurden kräftige heimische Katzen mit einem kompakten Körperbau ausgewählt und mit Persern gekreuzt. Zu dieser Zeit waren blaue Katzen besonders gern gesehen, die bei uns mit dem Namen Kartäuser bezeichnet wurden. Aber auch die verschiedenen Tabbyvarianten waren sehr beliebt.

Mit dieser Entwicklung wurde aus einer lebhaften ungezähmten Hauskatze eine ruhige, gemütliche und besonnene Britisch Kurzhaar. Im Wesen ähneln sie den Persern. Nie werden sie lästig oder aufdringlich.

Dennoch nehmen sie nicht alles gelassen hin, haben ihren eigenen Dickkopf, können besonders stur sein und dieses auch herrlich zum Ausdruck bringen.

Die Briten beeindrucken mit einem mittelgroßen bis großen, muskulösen Körper und einer breiten Brust. Schulter und Rücken sind massiv und gedrungen. Alles wohlproportioniert.

Auf einem kurzen, kräftigen Hals sitzt der runde Kopf mit einem breiten Schädel, der einen weiten Abstand zwischen den kurzen, im Ansatz breiten und an den Spitzen gerundeten Ohren lässt. Männliche Tiere zeigen einen größeren massiveren Kopf auf als weibliche Tiere und haben die typischen Katerbäckchen. Sie sind auch größer und schwerer. Während sie zwischen 5-8 kg auf die Waage bringen liegen die Weibchen bei 3-5 kg.

Die Nase ist kurz, breit und gerade, mit einer leichten Einbuchtung am Ansatz.

Kein Stop wie bei den Persern. Die weit auseinander stehenden Augen sind groß, rund und gut geöffnet. Die Färbung der Augen ist bei den meisten Farbschlägen dunkelorangefarben, außer z.B. bei Silbershaded u. Golden nur grün. Die Beine sind kurz und stämmig, die prankenartigen Pfoten rund. Das Ende des kurzen bis mittellangen, dicken Schwanzes ist rund. Das kurze dichte plüschige Fell mit kräftiger Unterwolle sollte sich griffig anfühlen und nicht flach sondern vom Körper abstehen.

Für die meisten Katzenliebhaber ist es verwirrend, wenn einmal von Kartäusern und dann von Britisch Kurzhaar Katzen (BKH) geschrieben wird, z. B. in Anzeigen Kartäuser/ BKH.

Mit Kartäuser ist hier die Britisch Kurzhaarkatze in Blau gemeint, weil viele sich unter Kartäuser diese Katze vorstellen. Tatsächlich wurde um 1930 in Frankreich mit der Zucht der Chartreux begonnen, die ins Deutsche übersetzt Kartäuser heißt. Sie ist schlanker, hat einen trapezförmigen Kopf und mittelgroße Ohren und wird nur in Blau gezüchtet. Sie ist vornehmlich verbreitet in Frankreich, Schweiz und Belgien. Einer der großen Katzenzucht- Dachverbände (FIFe) (viele Katzenvereine organisieren sich in Dachverbände) hat die Festlegung getroffen und den britischen Kartäuser "Britisch Kurzhaar blau" genannt. Vom züchterischen Verständnis her ist dieses natürlich richtig, aber traditionelle Entwicklungen können mit einen Schriftstück nur schwer beseitigt werden. Typische BKH’s beißen und kratzen nicht. Immer wieder wird mir bestätigt, dass sie scheinbar gar keine Krallen haben, obwohl man sie bei einigen schon mal schneiden muss. In einer absoluten Paniksituation, da gehört aber schon einiges dazu, kann allerdings schon mal was passieren. Aber dann kann das Kätzchen bestimmt nichts dafür, und solche Situationen kommen ja so gut wie nie vor.

Viele Generationen haben ein großartiges, liebevolles Kätzchen durch züchterische Auslese entstehen lassen, das sich aber nur in ein grobes Schema pressen lässt, denn jede Katze hat dennoch einen anderen Charakter. Der Charakter wird genau so vererbt wie das äußere Erscheinungsbild und zusätzlich geformt durch die Umwelt, die Aufzucht in den ersten 3 Monaten und ihre Haltung. Daher ist es auch für einen neuen Katzenbesitzer enorm wichtig, sich das Umfeld seines zukünftigen Hausgenossen anzusehen, ob als Jungtier beim Züchter oder bei der Suche nach einer älteren Katze. Und daher sollte man sich viel Zeit bei und mit einem Züchter nehmen, das richtige Kätzchen zu finden, denn schon innerhalb eines Wurfes entwickeln sich die unterschiedlichsten Charaktere. Da kann ein Züchter viel Hilfe geben, den richtigen Deckel zu finden. Unsere Katzen haben ebenfalls einen Anspruch und sind keine Ware, die über den Thekentisch geht. Man sollte einem Züchter dankbar sein, wenn er auch mal sagt, dass nichts Passendes dabei ist. Wer sich für eine Katze interessiert, sollte sich umschauen und nicht das erste niedliche Kätzchen nehmen. Also nur mit resoluter Begleitperson. Oder sich auf einer Katzenausstellung umschauen. Züchter reden gerne über ihre Kätzchen und verraten viel.

Die Britisch-Kurzhaar blau, Kartäuser

Die Blauen mit dem sanftmütigen Wesen sind wahrscheinlich die beliebtesten Britisch-Kurzhaar überhaupt. Sie zeichnen sich durch ein dichtes mittel- bis hellblaues Fell aus, das extrem plüschig ist. Blau bei einem Katzenfell heißt natürlich nicht Himmelblau, sondern eher ein mittleres Graublau. Nasenspiegel und Sohlenballen sind ebenfalls blau, die Augen leuchtend kupfer- oder orangefarben.

Die Britisch-Kurzhaar BKH (einfarbig)

Die Blauen sind eine Farbvarietät der BKH. Zwischenzeitlich wurden viele Farben anerkannt und weitere Farben werden den Grundfarben Schwarz, Chocolate, Rot, und deren Verdünnung Blau, Lilac und Creme, sowie Silber und Weiß zukünftig folgen.

Die BKH Bicolour (zweifarbig)

Der Standard der F.I.Fe fordert nur, dass eine der Farben Schwarz, Blau, Chocolate, Lilac, Rot und Creme und die partielle Weißfärbung in harmonischen, deutlich abgegrenzten Flecken und Weiß auftreten. Nicht mehr als zwei Drittel und nicht weniger als die Hälfte des Felles sollen farbig sein, der Rest ist weiß. Eine Blesse ist erwünscht.

Das ursprüngliche Idealbild beschreibt die Holländerzeichnung der Kaninchen und wird heute noch gerne gesehen. Die obere Hälfte des Kopfes ist farbig, die Unterseite weiß. Ein umgekehrtes V im Gesicht sollte sich bis in die Stirn ziehen. Die Augen liegen im Farbbereich. Der Rücken, die Flanken und der Schwanz sind farbig, Die Unterseite des Körpers sollte weiß sein, wobei sich das Weiß möglichst ohne Farbflecken vom Hals, von der Brust und den Vorderbeinen über den Bauch bis hin zu den Hinterbeinen hinzieht. Die Farbe des Kopfes und des Rückens werden durch einen deutlich sichtbaren weißen Ring getrennt, der sich von den Vorderbeinen über die Schulterblätter zieht. An den Flanken sollte das Weiß bei einem stehenden Tier sichbar sein. Jegliche Tabbyzeichnung, Pigmentflecken auf dem Nasenspiegel sind Fehler. Ein weißer Rückenfleck gilt als leichter Fehler. Toleriert werden können Farbflecken im Weißbereich des Gesichtes, Flecken an den Beinen. Die erste Anerkennung dieser Varitätengruppe erfolgte 1966.

Die BKH Tabbies

Katzen aller Rassen tragen die Tabbyzeichnung. Ob sie es zeigen oder als Einfarbige nur eine Geisterzeichnung zeigen, die durch züchterische Selektion kaum wahrnehmbar ist, liegt am Agouti-Gen.

Ausnahmen bilden hier die Roten. Das Agouti-Gen ist eines der ursprüglichsten Gene und wird auch als Wildtyp bezeichnet. Tabbyzeichnungen sind sichtbar als getigerte (engl. mackerel tabby), getupfte (spotted tabby), gestromte (blotched oder classic tabby und dem tickt (ticked tabby) auch Abessinertabby genannt. Die Tigerung stellt den Wildtyp dar. Die Stromung ist eine fleckenförmige Verbreitung der Tigerung. Die Tupfung ist eine aufgerissene Tigerung. Hierbei ist noch nicht eindeutig bestimmt, ob es sich bei Tabbys um einen Drei-Allele-Locus oder mit getupft um ein Vier-Allele Locus handelt. Zwischen der Zeichnung im Agoutibereich ist jedes Haar in sich gebändert. Der helle Haargrund geht in einen dunklen Bereich über, dann abgegrenzt das gelblich braune Agouti-Band und davon abgesetzt die dunkle Haarspitze. Durch die Einwirkung von Silber tritt anstelle des goldbraunen Tones das Siber. Dabei verschiebt sich die Bandbreite und durch selektive Zucht entstanden die Shaded-Silber und weiter die Chincillas (Chincillas sind fast vollständig silber, nur an den Haarspitzen (tipping) besitzen sie Farbe. Durch Ausfall des Silbers bei diesen Farben (Shaded, Chincilla) in Verbindung mit der Bandbreite (Widebanded= poligene Komb. durch selektive Zucht) entstanden die Goldenen in dem das Silber wieder goldbraun wird. Andere Hinweise auf die Tabbys sind roter oder rosa Nasenspiegel mit schwarzer (fellfarbener) Umrandung, dunkle Fußballen, dunkle Augenumrandung und ein sogenannter Aalstrich auf dem Rücken. Das helle bis weiße Kinn wird ungern gesehen, obwohl gerade dieses Merkmal Tabbytypisch ist. Einer Legende zufolge steht die Zeichnung auf der Stirn der Tabbys, dem Buchstaben M (auf dem Kopf) für den Propheten Mohammed. Der "Daumenabdruck" oder Wildfleck auf der Rückseite der Ohren, soll bei der Gestromten der Abdruck von Mohammeds Hand sein, der zurückblieb, als er seine geliebte Katze streichelte.